Heute möchten wir Ihnen ein faszinierendes Phänomen anhand eines einfachen Vergleichs erklären. Haben Sie schon einmal vom Weinen der Rebe gehört?
Jeder weiß, dass im Winter die Tage kürzer werden und es kälter wird, die Blätter fallen ab und die Reben in die Ruhephase eintreten.
In dieser Zeit führen wir in der Cantina Martinelli den Winterschnitt durch. Dabei werden die alten Triebe entfernt, um die spätere Fruchtbildung an den jüngeren und kräftigeren Trieben zu fördern; in dieser Phase verbleibt der Pflanzensaft fast vollständig im Wurzelsystem. Wenn sich der Boden im März zu erwärmen beginnt und die Außentemperatur mehr oder weniger konstant 10 °C erreicht, steigt der Pflanzensaft von den Wurzeln am Stamm entlang bis zur Fruchtrute auf und tritt dann an den Schnittstellen des Winterschnitts aus.
Wie funktioniert also das Weinen der Rebe?
Man sagt, die Rebe weint, wenn wir Safttropfen aus der Pflanze austreten sehen. Dies ist ein wichtiger Indikator für uns Winzer und zeigt die Wiederaufnahme des Vegetationszyklus an. Es lässt sich leicht anhand eines einfachen anatomischen Vergleichs verstehen.
So wie im menschlichen Körper Venen, Arterien und Lymphgefäße vorhanden sind, gibt es auch in den Rebpflanzen ein Lymphsystem namens Phloem, das den Saft, der reich an Substanzen aus der Photosynthese ist, von den Blättern zu den Stängeln und Wurzeln transportiert, und eines namens Xylem, das Wasser mit Mineralien in die entgegengesetzte Richtung transportiert, von den Wurzeln zu den Stängeln und Blättern. Mit steigender Temperatur im Frühling nehmen die Wurzeln Nährstoffe und Wasser aus dem Boden auf, Xylem und Phloem werden aktiviert, um Saft und Nährstoffe durch den Stamm fließen zu lassen.
Auf diese Weise gelangt die Lymphflüssigkeit bis zur Spitze des Triebs, durchquert den Stamm und die Fruchtrute, und die Rebe beginnt aus der Schnittwunde des Schnitts zu weinen.
Je nach Alter und Art der Reben, des Schnitts und der klimatischen Situation kann eine Pflanze literweise Saft abgeben, bevor sich die Schnittwunde verschließt. Dies ist eine äußerst heikle Phase, da Frost erhebliche Schäden verursachen und zum Absterben der Knospen führen kann. Der Saft enthält nämlich pflanzliche Phytohormone, die für die Entwicklung der jungen Pflanzenteile von grundlegender Bedeutung sind.
Cytokinin und Gibberellin stimulieren die Zellteilung, fördern das vegetative Wachstum und nähren die Knospen. Mit dem Weinen beginnt die Rebe die eigentliche Keimphase, und wenn diese Nährstoffe zusammen mit einer ausreichenden Mineralstoffzufuhr fehlen, sind die Pflanzen weniger frostresistent. Die Träne selbst wird dichter und läuft Gefahr, an der Knospe zu gefrieren und sie zu verbrennen.
Ein 100 % pflanzliches und natürliches Beauty-Spa!
Der Saft, der reich an natürlichen Antioxidantien ist, kann gesammelt werden. In der Cantina Martinelli verwenden wir die Tränen der Rebe, um eigene kosmetische Seren herzustellen, die für alle Haut- und Kopfhauttypen geeignet sind und eine feuchtigkeitsspendende und beruhigende Wirkung haben. Jetzt kennen Sie also unser Schönheitsgeheimnis, aber es ist streng geheim – es darf diesen Blog nicht verlassen… 😉




